Styledarlings's Blog

Mai 7, 2010

Mr. Right aus dem WorldWideWeb

Da Zufälle bekanntlich immer nur andere treffen, in meinem Supermarkt nur Rentner, Studenten und Paare rumlaufen, habe ich beschlossen, das Internet auf der Suche nach Mr. Right zu bemühen. Immerhin sollen diese Plattformen die größten Chancen bieten, wenn man den aktuellen TV-Spots von Parship, Elite, E-Darling etc. glauben schenkt.

Erst einmal die Qual der Wahl – welche der zahlreichen Singlecommunities soll ich auswählen? Ein Blick auf mein Konto sagt, auf jeden Fall eine ohne Gebühren. Möchte Frau kein Geld für die Suche ausgeben, reduziert sich die Angelegenheit schon auf ein Minimum. OK entschieden. Das Pseudonym ist schnell gefunden – vielleicht nicht so verheißungsvoll wie die der Konkurrentinnen ähm nein Mitbewerberinnen – die heißen “Sünde”, “FlotterFeger” und “Lovely”, aber doch auffällig. Auch hier gilt, Frau muss aus der breiten Masse hervorstechen.

Was schreibe ich jetzt also in mein Profil? “Liebevolle Anfangvierzigerin sucht Liebe fürs Leben“? Ne echt geht gar nicht! “Attraktive Sie sucht gutaussehenden Ihn für gemeinsame Aktivitäten”? Auch nicht, klingt nach Jogging- und Opernfreund. Hmmm was dann??!! “Glamouröse Großstadtpflanze sucht Mr. Big für ein Frühstück bei Tiffany” Oh weiha, das wiederum klingt wie eine Versorgersuche. Weg damit! Gut – ich schreibe jetzt einfach was mir vorschwebt und lasse einfließen, welche Dinge gar nicht gehen. Dazu ein paar nette Bildchen – das Auge isst schließlich mit – und fertig ist meine Onlinepräsentation.

Nun kann die aktive Suche also losgehen. Ich wühle mich durch die Bildergalerie, gebe Ausschlusskriterien an und warte gespannt, wer sich mir zeigt. Die ersten Profile mit Fotos tauchen auf – und oh Schreck! Gleich das erste Gesicht kommt mir bekannt vor – ich bin sicher, es ist mein Orthopäde. Schnell verlasse ich sein Profil, vor dem könnte ich nie wieder meinen Rücken frei machen, wenn er mich hier entdeckt hat. Aber immerhin hält die Werbung was sie verspricht, es sind Akademiker anwesend.

Weiter im Text äh ne Bild. Ich gestehe, ich klicke auf die Profile, bei denen ich meine, der Mann könnte gut aussehen. Allerdings hält sich meine Begeisterung schwer in Grenzen. Irgendwie haben viele etwas von Busfahrern oder Sparkassenangestellten. Einheitshaarschnitte – zeitlose Klamotten ohne Pepp und Pfiff. Igitt, und der hat sogar einen Schnauzer. Und ich dachte, den tragen heutzutage nur noch Saarländer und Tom Sellek Double.

Langsam tut sich etwas auf meinem Profil und auch die ersten Mails sind da. Neugierig öffne ich die Mails und schüttele nur verwundert den Kopf. Wie macht der das bloß? In nur 2 Sätzen von mittlerer Länge bereits 27 Fehler? Ich bin beeindruckt! Nächste Mail – und ich bekomme einen roten Kopf. Da wagt so ein 171cm Zwerg mir seine sexuellen Phantasien ungefragt mitzuteilen. Ja hallo, wo sind wir denn hier? Der erste Verheiratete ist auch eingetroffen und quakt mir seine Leidensgeschichte in die Post. Bin ich die Seelsorge?

Fazit der ersten Stunden auf einer Online-Dating-Plattform: Es ist schön ein Single zu sein!

In Kürze mehr aus der Welt des Cyber-Datings!

2 Kommentare »

  1. Ich hätte meine ersten Schritte in Partnerbörsen nicht besser beschreiben können – schön geschrieben!

    Kommentar von Fea — Mai 8, 2010 @ 6:46 pm

  2. Da geht’s Frauen wie Männern wohl ähnlich – eine Nachricht mit mehr als 2 Zeilen hat schon Seltenheitswert. Und die Sache mit der Ortopädie – ähm isch meine wie ma richtik shreipt – scheint wohl auch ein spezielles Singleproblem zu sein. Außer, um Deutschland ist’s schlecht bestellt und ich bekomm davon grad mal die volle Breitseite. Und das, obwohl ich mir einbilde, auf dem eingestellten Bild gar nicht so beknackt auszusehen.

    Und häufig genug entwickelt sich aus den wenigen orthographisch halbwegs korrekten Nachrichten eine Brief – Therapie… ich sollte das mal professionell anbieten, wenn da eine so große Nachfrage besteht.
    Naja, immerhin besser, als wenn die Defizite einen ungebremst beim ersten Kennenlernen vom Sockel hauen.

    Kommentar von cool-relax — Mai 12, 2010 @ 3:08 pm


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