Styledarlings's Blog

Juni 29, 2010

Mein Gewicht und ich

Filed under: Lifestyle — styledarlings @ 7:21 am

Ich kann mich nicht an einen einzigen Tag in meinem Leben erinnern, an dem ich selbst voller Überzeugung behauptet hätte, ich sei schlank. Bestenfalls fand ich mich „normal“, aber „dünn“, „dürr“ oder eben „schlank“ fand ich mich nie.

Schon als kleines Mädchen gehörte ich der Gattung „blonder Wonneproppen“ an mit dem typischen „Schmierbauch“. Dieser kam immer wunderbar zur Geltung, wenn ich in meinem weißen Tutu im Ballettunterricht tanzte. Gott sei Dank strebte ich nie eine ernsthafte Ballerina-Karriere an, sonst hätte wohl „Der sterbende Schwan“ in „Das sterbende Schwein“ umbenannt werden müssen.

Auch in Teenie-Zeiten war ich immer „mehr“ als meine Freundinnen. Die konnten alle wunderbar knallenge Röhrenjeans tragen – ja, die waren auch in den 80igern schon mal in –mit einem kurzen engem T-Shirt darüber. Ja, die Hosen konnte ich auch tragen, allerdings mit einem riesigen Pullover bis zu den Kniekehlen reichend darüber. Eben mehr so die Marke „unförmiger Kartoffelsack“. Pubertierende Jungs stehen noch nicht so auf „innere Werte“, die Püppi muss optisch was her machen, also nahmen sie meine zarten Freundinnen und ich hätte die Restposten nehmen können – die mit Akne, Glasbausteinen etc.pp – wollte ich aber nicht!

In den 20igern hatte ich mich zwar noch nicht damit abgefunden, immer etwas runder als der Rest zu sein, aber zumindest hatte ich bei Männern durchschlagende Erfolge und wurde selbstsicherer. Die Zeltmode tauschte ich gegen Bodys und zeigte Figur. Und siehe da – sooo schlimm war es gar nicht. Alles war hübsch kurvig und saß da, wo es hingehört.

In den 30igern war ich mit mir und meinem Gewicht völlig im Einklang. Alles stramm und fest, weit weg von einem Stixie auf zwei Beinen, aber schön weiblich. Und das allerschönste daran, ich musste keine Diäten halten oder großartig Sport treiben. Den Diätenwahn, den auf einmal diverse Freundinnen von mir entwickelten, hatte ich nie. Bis heute weiß ich nicht, wie eigentlich die Brigitte-Diät funktioniert – und die scheint echt jeder zu kennen. Das Einzige, was ich ebenfalls tat, war, in ein Fitness-Studio eintreten. Man soll dem Verfall bekanntlich vorbeugen. Nur hingegangen bin ich leider nie – ich bin mehr so der Sponsortyp verschiedener Fitness-Studios.

Und jetzt??? Mit 40? Erlebe ich einen Rückfall in die Gefühle eines pubertierenden Mädchens! Ich ärgere mich, dass ich die weiten Pullis und Zelte weggeschmissen habe, ich könnte sie heute wieder gebrauchen. Mit 40 ist der Lack einfach ab und man muss etwas tun, wenn man in Form bleiben will. Blöderweise reicht es nicht, einfach nur die Ernährung umzustellen – nein, man muss Sport treiben, damit sich etwas tut. Die Hormone haben angefangen, sich in den Teilzeitruhestand zurück zu ziehen, irgendwelche Muskelmassen bauen sich ab und sorgen dafür, dass Kinn, Busen und Bauch 3 Etagen tiefer rücken und man optisch beginnt, einem wabbeligen Schwamm zu gleichen – Po und Beine sind dank Orangenhaut eine Zierde für jeden Obstteller.  Sexy ist echt anders! OK, zugegeben, ich übertreibe etwas, von einem Rubens-Model bin ich noch weit entfernt. Fakt aber ist, ich habe es verpasst, rechtzeitig dem körperlichen Verfall vorzubeugen, weil ich mal wieder schlauer und auch zu faul gewesen bin.

Höre ich dann aus prominentem Munde, man trinke 3 Liter Wasser am Tag, esse nur gedünsteten Fisch und ein wenig Gemüse, um seine Zero-Sitze zu halten, bekomme ich schlechte Laune! Noch übler drauf bin ich, wenn Heidi Klum von „ihrem deutschen Hintern von zu viel Kartoffelessen“ faselt – ich esse noch nicht einmal Kartoffeln und habe trotzdem nicht so ein Popöchen wie Heidi. Oder auch Claudia Schiffer, die mal in einem Interview sagte, sie würde täglich Schokolade essen und Vollmilch trinken, um nicht weiter abzunehmen –  …..deren Probleme möchte ich haben!

Egal, Neid und schlechte Laune bringt mich nicht weiter – ich muss etwas tun! Und mich daran gewöhnen, dass nichts außer einer Gewichtszunahme mehr von alleine und ohne etwas zu tun passiert! Jetzt ist es an der Zeit mal eine Brigitte Diät oder Trennkost oder oder oder auszuprobieren. Ja, und auch Bewegung muss her! Allerdings nicht in einem Fitness-Studio. Nachdem ich in wohl 20 verschiedenen mal Mitglied gewesen bin, weiß ich, diese Tempel sind nichts für mich! Ich will nicht  in Schlabberklamotten und Zopf, schwitzend und hochrot im Gesicht neben so einem dürren Ding in neuster Sportgarderobe und topp geschminkt, nicht schwitzend und errötet stehen! Sooo neidfrei bin ich noch nicht!

Und wisst ihr was?? Ich hoffe und bete, dass mir all diese Dinge rund um mein Gewicht mit 50 scheissegal sind! Da ich aber noch 9 Jahre in den 40igern verharre und ich nicht auf eine tiefe Frustwelle zusteuern möchte – ja, zunehmendes Gewicht kann frustig macht – packe ich es an! Mit freundlicher Untestützung eines weiteren Styledarlings stehen die nächsten Wochen im Zeichen des gesunden Gewichtsverlustes – Kohlenhydrate am Abend sind die nächsten Wochen vom Speiseplan verbannt, Weißwein wird in Weinschorle in Maßen umfunktioniert, Chips, Schoki und andere Happymaker sind ab sofort nicht mehr existent und es wird fröhlich gesportelt! Die nächsten Wochen werden wir abwechselnd von unseren Erfolgen, Misserfolgen und Schokorückfällen berichten. Die nächsten Fotos mit den Styledarlings werden Doppelkinn befreit sein 😉

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3 Kommentare »

  1. Ich halte nix von „eine lange Dürre wird kommen und so hab ich meine Frau bekommen“
    Ich bin „fraulich“…oder „kurvig“.. oder so.. und das ist gut so.
    Männer LIEBEN meinen Arsch! Und was WIR am besten tragen können, ohne uns die Ömmes aufpolstern zu lassen.. TIIIIIIIIIEFE Ausschnitte! Damit kriegst Du ALLES!
    Also.. auf dass wir die nächste Anna Nicole Smith werden und auf den H&M Plakaten landen! Und dann massenhaft von pubertierenden Jüngelchen geklaut werden!

    Kommentar von chrissi — Juni 29, 2010 @ 8:23 am

  2. Könnt mich schlapp lachen! „Hormone im Teilzeitruhestand“ sehr geil!Ich kann da nicht so mitreden, denn ich gehöre zu denjenigen, die essen können, was sie wollen und nicht weiter zunehmen. Aber ganz ehrlich, dass ist auch nicht immer schön. Es gibt Klamotten, die sehen an Frauen mit Rundungen echt besser aus als an so Gestellen wie mir. Ich sehe hinten genauso aus wie vorne.

    Kommentar von Ines — Juni 30, 2010 @ 8:18 am

  3. ich muß lachen und weinen – Du sprichst bestimmt vielen aus der Seele.
    Du solltest diesen „Erguss“ mal an eine Frauenzeitschrift schicken.
    Frauke

    Kommentar von Frauke — Juli 2, 2010 @ 12:57 pm


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