Styledarlings's Blog

November 9, 2010

Spruch des Tages

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„Schön ist eigentlich alles,

was man mit Liebe betrachtet“

(Christian Morgenstern)

September 13, 2010

Spruch des Tages

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Die Liebe ist ein Wunder, das immer wieder möglich,

das Böse eine Tatsache, die immer vorhanden ist.

(Friedrich Dürrenmatt)

Juli 24, 2010

Spruch des Tages

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Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug.

Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Strasse.

(Franz Kafka)

Juni 17, 2010

Spruch des Tages

Filed under: Spruch des Tages — Schlagwörter: , , , , , — styledarlings @ 8:19 am

Tore schießen und Liebe machen sind die schönsten Dinge,

die Gott uns gegeben hat.

(Luca Toni)

Juni 11, 2010

Mr. Right aus dem World Wide Web: Katzenbesitzer

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Mal wieder ein paar Erkenntnisse von der Datingfront auf der Suche nach Mr. Right.

In einem Anfall von Wahnsinn – oder Fieber – habe ich mich wieder zu einem Date überreden lassen.  Ich muss gestehen, ich habe mich auch nicht sonderlich gesträubt – der Herr sah auf seinen Bildern aber auch zu lecker aus – und Witz hatte er auch.

Optisch wie ein Schneemann anmutend erschien ich zum Date. Also rund durch Klamotten, nicht das hier falsche Eindrücke entstehen! Wir trafen uns am frühen Abend an einer Draussenlocation- trotz kühlem und nassem Wetter. Ich liebe es, die Wetterfestigkeit eines Herren zu testen – ich habe schliesslich Hunde. Wetterweicheier kommen somit also nicht in Frage.

Tja und da stand er nun – und wenn er sich nicht zu erkennen gegeben hätte, ich hätte ihn nicht erkannt. Der tolle und trendige Haarschnitt auf den Bildern war einem Männer-Weltweit-Einheitshaarschnitt gewichen, der Klamottenstil war nur noch halb so stylisch wie auf den Fotos. Und dann war da noch diese lasche Körperhaltung mit runden nach vorne fallenden Schultern – konnte man auf den Bildern wirklich nicht sehen. Und die Figur war eher so, dass ich dachte, wenn ich den in die Arme nehmen müsste, hätte ich wohl das Gefühl, mich selbst zu umarmen.

Nun gut, alles Äusserlichkeiten, kommen wir zum Wesentlichen – die inneren Werte. Grundsätzlich nicht unnett, wenn er mich denn wenigstens im Gespräch auch mal angeschaut hätte. Der junge Mann hat immer links oder rechts an mir vorbeigeschaut – so dass ich mich schon genötigt sah, mich umzudrehen, um zu sehen, was denn tolles hinter mir stattfindet. Da war nur nichts. Hmm vielleicht schielt er? Als Frau versucht man ja Erklärungen zu finden.

Kennt man sich nicht, hat man ja noch eine Menge Gesprächsstoff bzw. kann man noch viele Basics abfragen. Laut Onlineangabe hatte er einen coolen Job. Jobs sind ja nicht sooo unwichtig also fragte ich danach. Raus kam, dass er schon seit geraumer Zeit ein 1 Euro Jobber ist.  Kann man ja heutzutage nicht immer was für, aber als er mir dann so von seinen Jobs und von seiner insgesamten Arbeitseinstellung berichtete, bekam ich das grosse Stirnrunzeln! Wie jetzt? Mit der Einstellung findet er niemals einen Job und so Pappnasen wie ich finanzieren den Spass auch noch. Bevor ich meinem Unmut sehr undamenhaft Luft machen konnte, wechselten wir das Thema.

Und kamen auf sein Haustier zu sprechen: Eine Katze! Katze??!! Ich habe Hunde! Und wenn ich schon immer gefunden habe, dass Frauen mit Katzen häufig merkwürdig sind, so kann ich nun sagen, Männer mit Katzen sind um einiges merkwürdiger! Er kam aus den Lobeshymnen gar nicht mehr raus, wie entzückend sie sei, wie hübsch sie sei, wie schmusig sie sei -irgendwann dachte ich mir, der spricht doch von einer Frau und nicht von einer Katze! Aber ne – gemeint war tatsächlich das Tier.

In meiner Phantasie konnte ich mir genau vorstellen, wie er mit seiner Katze lebt. Da konkurriert man als Frau mit dem Haustier!

Fazit: Nie wieder einen Mann mit Katze daten! So einer verlangt bestimmt, dass man in gewissen Momenten wie ein Kätzchen faucht oder schnurrt – so zur Stimmulation oder so. Gruselige Vorstellung!!!! Langsam vergeht mir die Lust auf Onlinedating!

Juni 8, 2010

Die Styledarlings fragen sich: Ist Monogamie noch zeitgemäß?

Filed under: Lifestyle — Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , — styledarlings @ 8:58 am

Ist Monogamie noch zeitgemäß?“, war die Frage, die sich die Styledarlings diese Woche gestellt haben – und die interessanterweise direkt kontrovers diskutiert wurde. Weil wir wissen wollten, wie ihr das seht, hier unser Pro und Contra, jeweils von einem Styledarling geschrieben.

Pro:

Ich bin ein Höckerschwan. Zumindest, wenn ich der Definition auf Wikipedia über den Begriff „Monogamie“ folge. Die Schwäne werden dort nämlich als Beispiel für lebenslange Treue aufgeführt. Eigentlich müssten diese wunderbaren Tiere damit auf die Liste der bedrohten Arten gesetzt werden. Denn wenn man sich heute für monogam erklärt, wird man gern schräg von der Seite angesehen, so nach dem Motto: „Gott, was bist Du denn jetzt für ein Spießer.“ „Wir leben doch nur einmal“, „Das Leben ist zu kurz für nur einen Kerl/ eine Frau“, „Früher war die Lebenserwartung so kurz, dass man frohen Mutes „bis dass der Tod Euch scheidet“ schwören konnte – dauerte ja nur bis Mitte 20“, die Liste der so genannten Argumente gegen Monogamie und Treue in einer festen Beziehung ließe sich beliebig fortsetzen.

Natürlich sind wir heute viel mehr Versuchungen ausgesetzt, als die Generationen vor uns. Unsere Lebenserwartung ist drastisch gestiegen. Die „sexuelle Revolution“, die Pille, eine noch nie dagewesene Freiheit im Denken und in der Mobilität – so viele Versuchungen lauern im 21. Jahrhundert auf uns an jeder Straßenecke, im Büro, im Sportclub und via Internet und Datingbörsen sogar in den eigenen vier Wänden. Der Betrug wird bequem – und wer der Meinung ist, dass Treue out ist, wird sowieso immer ein Hintertürchen finden, um seinen Beschiss zu sanktionieren. „Meine Frau versteht mich nicht“, „Mein Mann hat nie Zeit für mich“, „Ich brauche mehr Sex“ – auch diese Aufzählungen kann man bis ins Unendliche fortführen.

Für mich ist allein schon die Diskussion darüber, ob Monogamie noch zeitgemäß ist, ein Spiegel unserer Gesellschaft. Werte, zu denen Ethik, Moral, Anstand, Ehrlichkeit, Freundschaft, Rücksichtnahme, Loyalität und, eben auch, Treue und damit die Monogamie in einer Beziehung, gehören, sind erschreckend aus der Mode gekommen. Die „Ich will Spaß“-Gesellschaft drückt aufs Gaspedal und wer nicht mitzieht, hat eben selber Schuld. Rücksichtslos werden die eigenen Belange durchgesetzt, koste es, was es wolle. Dass fängt damit an, dass die SUV-Ziegen ihre monströs großen Wagen grundsätzlich nur in der zweiten bis dritten Reihe parken, wenn sie ihre Kids vor der Schule ein- bzw. ausladen, geht über die so genannten „Wahlversprechen“ der Politiker, die uns, um eigene Interessen zu wahren, durchgehend für dumm verkaufen und hört eben auch nicht auf beim eigenen Partner. Hauptsache ICH.

Kants kategorischer Imperativ: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ wird in unserer Welt Stück für Stück zu Grabe getragen, denn kaum jemand schert sich noch darum, welche Auswirkungen sein Handeln auf andere oder gar die Gesellschaft hat. Und mit Sicherheit wird auch meine Haltung daran nichts ändern. Aber: Ich habe wenigstens eine. Und die heißt, wenn ich eine Beziehung habe, bin ich treu. Punkt. Damit befinde ich mich – wenigstens ab und zu – in prominenter Gesellschaft. Heidi Klum sagte neulich in einem InStyle Interview, dass sie niemals mit anderen Männern flirte: „Es ist respektlos gegenüber dem eigenen Mann. Ich würde das nie tun. Ich bin ihm treu ergeben und er mir auch.“ Nun mag man von Heidi halten, was man will – aber in dem Punkt hat sie eindeutig recht, finde ich. Treue hat, neben der Liebe, eindeutig auch etwas mit Respekt zu tun. Und damit mit Werten. Und, ganz ehrlich, wenn jemand frohen Herzens den eigenen Partner hintergeht – wie viel Chance besteht dann, dass er sich in anderen Dingen als gerade, aufrecht und ehrlich erweist? Das beste Mittel, monogam zu sein, ist doch eigentlich ein ganz einfaches: Es heißt „Nein“ zu sagen, wenn man merkt, dass es brenzlig werden könnte. Und wenn die Hormone trotzdem völlig durchgehen, der Blitz einschlägt, die „Once in a lifetime“ Liebe in der Tür steht – dann gibt’s immer noch die Möglichkeit, ERST für klare Verhältnisse zu sorgen und DANN etwas Neues anzufangen.

Contra: Tiere sind überbewertet – ich bin Mensch! Monogamie ist sicherlich etwas ganz feines für denjenigen, der es kann, aber realistisch betrachtet sind das wohl die wenigsten. Oder warum sonst trennen sich so viele Paare wegen eines Seitensprungens?

Der Mensch ist meiner Ansicht nach nicht dazu geschaffen worden, um sein Leben an der Seite eines Partners zu verbringen. Auch wenn viele der Meinung sind, früher – damals war ja bekanntlich eh alles besser – hätten die Paare in trauter Monogamie gelebt, der irrt. Vielweiberei bei Männern gab es immer schon und auch die Damen der feinen Gesellschaft haben nichts anbrennen lassen. Also, alles wie jetzt auch, nur das sich die Polygamie durch alle Schichten zieht.

Mal ganz ehrlich, wer hat denn innerhalb einer Beziehung noch nie daran gedacht, wie nett es jetzt wäre, mit jemand anderem gewissen Momente zu genießen? Der Betrug beginnt im Kopf und nicht in der Hose. Diese kleinen, nicht ganz so monogamen Gedanken gönnen wir uns doch alle als Ausflug von der Realität, sozusagen ein kleiner, verruchter Miniurlaub.

In jungen Jahren – ich befand mich gerade in einer meiner Findungsphasen – führte ich eine „offene“ Beziehung. Gemeint war damit, gedanklich und im Herzen sind wir uns treu ergeben, die körperlichen Freuden werden aber auch gerne mit anderen geteilt. Getrennt voneinander, versteht sich von selbst. Dieses Experiment ist gescheitert – während er sehr offen den körperlichen Teil mit anderen Frauen genoss, wurde ich immer verschlossener, packte gedanklich die Mordinstrumente aus, wenn er mir von seinen Erlebnissen berichtete. Um es kurz zu machen – damals glaubte ich noch an die Monogamie und es war für mich die erstrebenswerteste Form aller Beziehungen.

Heute – 27 Findungsphasen später – sehe ich es anders. Im Kopf bin ich häufig untreu gewesen, habe lange, gerne und ausführlich über andere Männer nachgedacht. Körperlich, nun ja, einmal ist es mir passiert – ich habe fremd geknutscht. Es war aufregend und schön. Ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht. Den Schritt weiter bin ich nicht gegangen, aber das lag eher an der Situation, in der ich mich befand. Wäre sie anders gewesen, es wäre weiter gegangen, da bin ich sicher.

Meiner Beziehung hat es nicht geschadet, im Gegenteil. Gefühlsmäßig bin ich zu 100% bei meinem Freund gewesen, eine Trennung stand von meiner Seite aus nie zur Debatte. Nach meinem kleinen Ausflug habe ich meine Beziehung deutlich mehr genossen und er – also mein Kerl – hat ohne es zu wissen von meinem Miniurlaub profitiert. Also alles gut.

Ich denke, man sollte einen Seitensprung nicht immer als das Ende des Vertrauens und der Beziehung werten. Manchmal ist die Polygamie der Aufbruch zu einer ganz neuen Stimmung innerhalb des eigenen Liebeslebens. Und mal ganz ehrlich – es schläft mit der Zeit doch eigentlich fast immer ein, oder? Sich zu trennen, nur weil der Partner mal mit der Sekretärin vom Chef auf der Betriebsfeier ein kleines Amore hatte, ist Blödsinn! Zusammen bleiben und sich über ein kleines Geheimnis freuen – dann kickt es auch wieder mit dem eigenen Partner.

Man mag jetzt denken, wie wertelos und unmoralisch ist so eine Einstellung – ich aber sage, ist es nicht viel unmoralischer und auch verlogener, sich selbst zu belügen und betrügen? Beginnt die Treue nicht erstmal bei sich selbst? Liebe gibt es in vielerlei Form und man kann die Körperliche von der Geistigen trennen.

Juni 1, 2010

Mr. Right aus dem WorldWideWeb Teil 3: Das Gebiss

Im Laufe der Jahre verändert Frau ihre Ansichten und Ansprüche – so auch ich. War mir mit Anfang 20 wichtig, dass ein Mann unbedingt lange Haare haben muß, die vorzugsweise mit Pfirsichshampoo von Guhl gewaschen wurden, so ist mir die Haarpracht heute egal. Auch Glatzen sind sexy. Ok – was ich nicht leiden kann, sind ausgehende Haare, die zum kaschieren von Geheimratsecken von links nach rechts gekämmt werden. Oder lange Haare hinten und vorne Hubschrauberlandeplatz. Das ist unsexy.

Genauso wichtig war mir früher, dass der Mann meines Herzens die 190 cm überschritten hat. Ich liebe es einfach raufschauen zu können um mich ganz klein und zart zu fühlen. Zart komme ich mir sonst nämlich nie vor, schon eher ziemlich handfest. Heute kann ich mit viel Gefühl auch einen 178 cm Mann toll finden – allerdings sollte er nicht unbedingt die Figur eines Röntgenblattes haben. Ist einfach nicht so anziehend, wenn man das Gefühl hat, sich selbst im Arm zu haben.

Damals fand ich es auch extrem klasse, wenn mein Herzmann ein total ausgeflippter Typ war. Ein Revoluzzer eben. Man haben die mein Herz erwärmt! An deren Seite sah ich mich Revolutionen anzetteln, sah mich angekettet an Gleisen liegen, Walfangschiffe kapern und ähnlich beeindruckendes. Und heute? Heute darf er gerne eine Runde spießiger sein. Ich bins mittlerweile nämlich auch. Wie käme ich dazu, mich an Gleise zu ketten? Da werden nur die Klamotten schmutzig, meine Wimperntusche verschmiert und der Friseurbesuch war umsonst. Protest kann man heutzutage auch mit weniger Körpereinsatz zeigen.

Und es gibt noch viele andere Dinge, die mir heute wichtig sind, die mir damals völlig egal waren. Aber eines hat sich nie verändert! Ich mag auch heute noch gepflegte Zähne! Dabei meine ich nicht kerzengerade Gebisse, die können auch ruhig schief sein, aber sie müssen frei von jahrelang unbehandeltem Karies sein, es sollen sich keine Gebirge von Zahnstein auf ihnen tummeln, keine dunkelbraunen Nikotin- und Kaffeeflecke sollen zu sehen sein.

Ich hatte mein erstes Onlinedate – und auch wenn ich noch schwer gerührt von der Rose war, die er mitbrachte – ja ich bin nämlich echt romantisch – als er den Mund aufmachte , war jeglicher Zauber verflogen! Ich habe keine Ahnung, wie lange man die Dentalhygiene gemieden haben muss, um solche Zahnsteingebirge auf den Beisserchen zu haben! Der schon fast schwarze, faulig aussehende Eckzahn hat wohl seit seinem Wachstum keinen Zahnarzt gesehen. Es war das Grauen pur und ich schwer ernüchtert.

Und wie sollte es anders sein? Der Herr war von mir schwer angetan und bei der Verabschiedung sah es verdächtig danach aus, dass er mich gerne küssen würde. Ich hatte spontanen Gefrierbrand auf dem Kopf und überlegte, wie ich aus der Situation ohne Würgereiz komme. Wie ein glitschiger Aal wandte ich mich in der Abschiedsumarmung und schlüpfte unter seinem Arm weg. Ich wusste gar nicht, dass ich so gelenkig bin.

Fazit: Nächstes mal lasse ich mir ein Foto von den Zähnen schicken!

Mai 28, 2010

Schriftstellerin Wiebke Lorenz: Vom Schreiben

Bestsellerautorin Wiebke Lorenz

Als die „Styledarlings“ mich neulich fragten, ob ich nicht Lust zu einem Gastbeitrag hätte, in dem ich erkläre, wie ich eigentlich meine Romane schreibe, dachte ich mir: „Ja, klar, kann ich machen.“ Dann setzte ich mich hin und überlegte, wie genau bei mir ein Buch entsteht – und kann es eigentlich in einem Satz zusammenfassen: Ich fange auf der ersten Seite an und höre mit der letzten auf. Das ist alles.

Na gut, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Leider, wie ich zugeben muss. Denn zwischen der ersten und der letzten Seite durchlebt ein Autor – halt, ich sollte nicht in der allgemeinen Form sprechen! – also, durchlebe ich alle Höhen und Tiefen, die dieser Beruf so mit sich bringt. Von Euphorie und Begeisterung über nervende Schreibblockaden bis hin zu totalem Selbstzweifel über den Schwachsinn, den ich da gerade zu Papier gebracht habe, ist alles vertreten, was die emotionale Skala so hergibt. In der Regel tendiere ich drei bis vier Wochen vor Manuskriptabgabe jedes Mal dazu, das Schreiben nach der Beendigung dieses Buches ein für alle Mal an den Nagel hängen zu wollen und mir einen anderen Beruf zu suchen. Aber dann, wenn der fertige Roman endlich in den Regalen der Buchhandlungen steht, das Cover noch neu und glänzend ist, die Seiten diesen beim Durchblättern so typischen Geruch verströmen – dann rattern die Rädchen in meinem Kopf schon wieder los und suchen nach einem neuen Stoff für das nächste Werk. Vergessen sind all die Selbstzweifel, die schlaflosen Nächte, die Panikattacken, dass ich nicht rechtzeitig fertig werde. Alles Schnee von gestern, natürlich schreibe ich weiter! Vielleicht ist es wie bei Müttern, die noch in den Geburtswehen schwören, nie wieder ein Kind zu bekommen – und wenige Monate später mit einem Geschwisterchen liebäugeln … So geht es mir mit dem Schreiben: So sehr ich es manchmal hasse, liebe ich es doch auch.

Aber von vorne: Wie kam es eigentlich dazu? Habe ich schon als Kind davon geträumt, eines Tages Schriftstellerin zu werden, das und nichts anderes, die Nase ständig in irgendeinem Buch vergraben? War ich bereits als Zehnjährige Verfasserin poetischer Zeilen, gab’s mit fünfzehn den ersten Romanversuch? Nein, eine so anrührende Geschichte kann ich leider nicht erzählen. Zwar habe ich als Teenager während eines Spanienurlaubs mal ein Fantasymärchen in ein Schreibheft gekritzelt und habe auch immer gern gelesen – aber viele Jahre lang schlug mein Herz einzig und allein für die Musik. Das wollte ich machen, als Konzertcembalistin die Welt bereisen! Aber zunächst sorgte der Zufall erst einmal dafür, dass ich als Siebzehnjährige die Käffer rund um meine Heimatstadt Neuss bereiste. Man suchte bei der örtlichen Tageszeitung eine Konzertkritikern, den Führerschein hatte ich nach einem Jahr in den USA bereits in der Tasche (das war wichtig, um von Kaff zu Kaff zu kommen), ich hatte als Leistungskurs Deutsch belegt und kannte mich mit Musik recht gut aus – warum also nicht? 50 Mark pro Kritik waren ein zusätzlicher Anreiz, denn chronisch pleite war ich natürlich auch. An meinem ersten 30-Zeilen-Text für die Zeitung saß ich ganze zwei Tage, damals noch mit Schreibmaschine und Tipp-Ex. Eine echte Quälerei, denn ich wollte den Feuilletonchef selbstverständlich beeindrucken. Ob er beeindruckt war, weiß ich nicht – aber meine Kritik erschien und es folgten weitere Aufträge. Da habe ich angefangen, Blut zu lecken. Als ich merkte, dass mir das Schreiben liegt, dass ich damit tatsächlich sogar GELD verdienen kann und es noch dazu wesentlich abwechslungsreicher ist, als jeden Tag sechs Stunden vor dem Instrument zu sitzen, ließ ich mehr und mehr von meinem eigentlich schon sicher beschlossenen Musikstudium ab. Journalismus sollte es nun sein – oder Werbung.

Nach dem Abitur hatte ich die Nase vom Lernen erst einmal so voll, dass ich nicht wie die meisten meiner Klassenkameraden zur Uni ging, sondern zu einer großen Frankfurter Werbeagentur, um dort Texterin zu werden. Eine tolle Zeit! Und eine grauenhafte, denn neben massivem Heimweh litt ich doch ziemlich unter dem Druck, der in so einer großen Agentur herrscht. Natürlich war es spannend, für riesige Etats zu arbeiten oder auch mal kurz zu einem Kunden nach London zu fliegen – aber auf Befehl kreativ sein zu müssen, gern auch mal bis nachts um zwei, dafür war ich mit neunzehn irgendwie noch zu zart besaitet und fürchtete, in wenigen Jahren komplett ausgelaugt zu sein. Dann also doch Uni, nach einem halben Jahr Frankfurt schrieb ich mich in Trier für Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft ein. Im Vergleich zu meinem Job in der Agentur ein wahrer Kindergeburtstag, auf einmal hatte ich so viel Zeit, dass ich gar nicht wusste, wohin damit. Also fing ich an, neben dem Studium wieder frei für die Zeitung zu schreiben und jobbte darüber hinaus noch beim Radio. Übrigens: In Sachen Hörfunk war mir ziemlich schnell klar, dass das nichts für mich ist, noch heute muss ich mich totlachen, wenn ich mir alte Beiträge von mir anhöre, denn ich klinge, als sei ich zwölf Jahre alt. Höchstens.

Im letzten Semester – ich hatte gerade meine Magisterarbeit angemeldet – entdeckte mein damaliger Freund auf meinem Computer ein Versatzstück aus einer Kurzgeschichte, die ich mal aus einer Laune heraus angefangen hatte. Er war davon so begeistert, dass er meinte, ich müsse daraus unbedingt einen Roman machen. Eigentlich wollte ich nicht – ich musste zu der Zeit ja auch meine Magisterarbeit schreiben – aber er hat mich so lange gedrängt, bis ich schließlich angefangen habe. Dabei geriet ich zum ersten Mal in diesen Rausch, der auch heute noch Besitz von mir ergreift, wenn ich ein neues Buch beginne. Ich konnte nicht mehr aufhören, und drei Monate später war mein erster Roman „Männer bevorzugt“ fertig. Weihnachten schenkte ich meiner Mutter eine klebegebundene Fassung davon. Sie war entsetzt, als sie das Päckchen öffnete, denn sie hatte erwartet, darin meine Magisterarbeit vorzufinden. Da gab’s dann erst einmal ziemlichen Ärger, denn ich musste gestehen, mit der Abschlussarbeit für die Universität noch gar nicht angefangen zu haben. Nun ja, ich will es mal so formulieren: Ich habe meinen Magister noch geschafft. Irgendwie.

Nach dem Studium zog ich nach Hamburg und fing dort ein Volontariat bei einem Zeitschriftenverlag an. Gleichzeitig versuchte ich, mein Manuskript irgendwo unterzubringen, was sich schwieriger gestaltete, als gedacht (ich war schon immer eine unglaubliche Optimistin mit einer „Das klappt schon“-Einstellung). Nach 23 mehr und mal weniger freundlichen Absagen kam mir der Zufall zur Hilfe: Auf einer Party lernte ich eine Lektorin von Rowohlt kennen, die ich so lange in Grund und Boden sabbelte, bis sie mir ermattet ihr Kärtchen gab und meinte, ich solle ihr den Text mal zuschicken. Vermutlich ein reiner Akt der Notwehr, damit ich endlich von ihr ablasse. Allerdings: Drei Wochen später rief sie mich an. Sie würden „Männer bevorzugt“ drucken. Bis heute gehört dieser Anruf zu einem der schönsten Momente meines Lebens, ich bin regelrecht ausgeflippt vor lauter Freude!

Der Rest ist schnell erzählt: Ich arbeitete weiterhin als Journalistin und schrieb aber, nachdem „Männer bevorzugt“ sehr gut lief, gleich meinen zweiten Roman „Liebe, Lügen, Leitartikel“. Außerdem erhielt ich an der Internationalen Filmschule Köln ein Stipendium für eine Drehbuchausbildung, so dass ich den Roman dort auch gleich für das Fernsehen adaptierte. Unter dem Titel „Welcher Mann sagt schon die Wahrheit?“ (keine Ahnung, wer sich den ausgedacht hat …) lief „Liebe, Lügen, Leitartikel“ zwei Jahre später als Fernsehfilm bei Sat.1. Zur gleichen Zeit beschloss ich, meinen Job als Redakteurin bei einer Frauenzeitschrift aufzugeben, um nur noch frei zu arbeiten. Eine Festanstellung und dazu immer abends, am Wochenende oder im Urlaub zu schreiben, war auf Dauer doch etwas anstrengend, also wollte ich probieren, ob ich mich nicht als Selbstständige durchschlagen kann. Nach den ersten zwei Jahren, in denen ich hin und wieder nachts mal schweißgebadet aufwachte und mich fragte, welcher Teufel mich da nur geritten hatte, meine sichere und gemütliche Festanstellung aufzugeben, ging es dann ganz gut …

Heute arbeite ich nur noch wenig journalistisch, hin und wieder mal ein Artikel, in der Zeitschrift „Cosmopolitan“ habe ich zusammen mit dem TV-Moderator Christian Clerici eine Kolumne. Und dann gibt es natürlich noch mein alter ego „Anne Hertz“, unter diesem Pseudonym schreibe ich zusammen mit meiner Schwester Frauke Unterhaltungsromane. Als Wiebke Lorenz habe ich nach drei Komödien mittlerweile einen anderen Weg eingeschlagen, gerade wurde mein erstes Psychodrama „Allerliebste Schwester“ veröffentlicht.

Zurück zum Ausgangsthema: Wie genau schreibe ich nun also? Ich weiß es nicht. Es gibt ein paar handwerkliche Kniffe, die ich vor allem an der Filmschule Köln gelernt habe, die mir sicher helfen. Aber wo die Ideen herkommen, die Wörter, die Sätze – keine Ahnung, sie sind plötzlich einfach da. Dann setze ich mich hin und fange mit dem Schreiben an. Das ist auch der beste Tipp, den ich jedem geben kann, der damit liebäugelt, Autor zu werden: Hinsetzen und anfangen. Und nicht aufhören, bevor man fertig ist.

Info:

Wiebke Lorenz wurde 1972 in Düsseldorf geboren. Nach ihrem Studium der Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft absolvierte sie ein Verlagsvolontariat in Hamburg. Unter ihrem eigenen Namen hat sie bisher vier Romane veröffentlicht, unter anderem „Was? Wäre? Wenn?“ und „Allerliebste Schwester“. Gemeinsam mit ihrer Schwester Frauke schreibt sie unter dem Pseudonym „Anne Hertz“ Unterhaltungsromane, die regelmäßig auf der Bestsellerliste landen, zuletzt „Goldstück“. Mit dem TV-Moderator Christian Clerici hat sie eine gemeinsame Kolumne in der Cosmopolitan, im September erscheint das Buch dazu unter dem Titel „Er sagt/Sie sagt – Erkenntnisse über Männer, Frauen und das Leben an sich.“ Mehr Infos unter: www.wiebke-lorenz.de und www.anne-hertz.de

Mai 26, 2010

Cougars sind hipp und sexy!

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Sängerin Madonna mit Freund Jesus Luz Fotocredit: Most Wanted Pictures

Schauspielerin Demi Moore mit Ehemann Ashton Kutcher Fotocredit: Most Wanted Pictures

Schauspielerin Susan Sarandon mit Eheman Tim Robbins Fotocredit: Most Wanted Pictures

Was haben diese prominenten Damen und Herren gemeinsam außer ihrem Promistatus? Die Antwort ist so einfach wie manche Gemüter erregt und unangenehm berührt sind, wenn sie es hören: SIE ist deutlich älter als ER!

Man sollte meinen, wir leben in einem aufgeklärten Zeitalter – schließlich sind wir doch alle furchtbar emanzipiert. Oder etwas nicht??!! Die Emanzipation oder auch in Teilen die Toleranz scheint uns in Deutschland zumindest genau dann abhanden zu kommen, wenn in den Medien mal wieder über ein neues Promi-Paar berichtet wird, in dem die Dame den älteren Part übernimmt. Zuletzt geschehen nach dem Bekenntnis, Jessica Stockmann (Ex-Frau von Michael Stich) liebt den 25 jährigen Carmen Nebel Spross Gregor.

Schnell sind die selbsternannten Experten in Sachen Beziehungsführung mit wenig schmeichelhaften Wörtern wie „Toyboy“ dabei, der Liebe des ungleichen Paares werden wenig Chancen eingeräumt und überhaupt lesen sich die Artikel so, als würde Frau belächelt werden. Hinter vorgehaltener Hand wird wahrscheinlich von Weiblein wie Männlein gleichermaßen getuschelt, SIE hätten es wohl furchtbar nötig, sich einen jüngeren Kerl zu zulegen und müssen sich etwas beweisen. Wahrscheinlich hat sie eh Probleme mit dem Alt werden und versucht es mit einem jungen Lover zu kompensieren.

Ähnliches ist in Artikeln über ältere Herren mit jungen Frauen, manchmal sind es fast noch Mädchen, nicht zu lesen. Vielmehr wird seine Erfahrung und Reife bei gleichzeitig jung gebliebenem Gemüt in den Vordergrund gestellt. ER ist und bleibt halt der tolle Hecht und sie? Naja, steht irgendwie kuhäugig daneben und ist gesellschaftlich anerkannt.

Jetzt mal ehrlich – welches Bild von Frauen über 40 herrscht eigentlich in den Köpfen der breiten Masse? Offenbar sehen da immer noch viele ihre eigenen Mütter oder auch Großmütter in dem Alter, eine andere Erklärung finden zumindest  wir für die aufgeregten Geister nicht. Dabei ist übrigens auffällig, dass gerade Frauen besonders kritisch und mit vielen Vorbehalten ihre Geschlechtsgenossinnen beobachten.

Die „Cougars“, wie solche Frauen wenig schmeichelhaft im englischen genannt werden, sehen super aus, sind bestens in Schuss, halten sich nicht mehr mit den üblichen weiblichen Fragen wie „Bin ich zu dick?“ und sonstigen das Selbstbewusstsein schmälernden Fragen auf, sexuell sind sie eh auf dem Höhepunkt angelangt und finanziell sind sie unabhängig. „Cougars“ haben sich gefunden und leben ihr Leben so, wie es ihnen gefällt und nicht, wie es von anderen vorgegeben wird. Beweisen müssen diese Frauen schon lange nichts mehr.

Warum also soll sich eine Frau über 40 mit einem Mann in gleicher Altersgruppe oder älter aufhalten, wenn sie für jüngere Männer interessant ist? Männer über 40 dümpeln in der Midlife Crisis, sind weniger flexibel, dafür aber ungeheuer gemütlich geworden (Schatz, was gibt es heute Abend zu essen?“, sexuell sind sie schon seit den 30igern auf dem absteigenden Ast, Biergeschwüre sind nicht selten anzutreffen und Spontaneität will gut vorbereiten sein.  Mal ganz von dem Umstand abgesehen, dass die Auswahl an alleinstehenden Männern über 40 deutlich geringer ausfällt.

Jüngere Männer sind knackiger, unbekümmerter und häufig auch  unkonventioneller. Sie haben deutlich weniger Probleme, eine Frau als gleichberechtigte Partnerin anzusehen und Selbstbewusstsein und eine eigene erfolgreiche Karriere bei ihr lösen in ihnen keinen Weltschmerz aus. Na und sexuell sind sie noch in der Blüte und somit die passende Ergänzung für die Frau über 40.

Übrigens – laut Medienberichten ist es derzeit ein „Trend“, dass ältere Frauen jüngere Kerle haben. Dann sind Susan Sarandon und Tim Robbins anscheinend 23 Jahre lang ungewollt Trendsetter gewesen – denn so lange hielt ihre Ehe und das bei einem Altersunterschied von 12 Jahren! Also – alles nicht neu, nur mehr beachtet!

Schaut man sich an, wie lange oder kurz diese Beziehungen halten und vergleicht sie mit Paaren ohne nennenswerten Altersunterschied, kann man sagen: Wie überall auch, es steht 50:50 für ein gutes Gelingen.

Also, weg mit den Klischees im Kopf und einfach leben, lieben und geniessen – egal, wie alt der Partner ist!

Mai 14, 2010

Mr. Right aus dem WorldWideWeb Teil 2

Filed under: Lifestyle — Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , — styledarlings @ 8:09 pm

In den gängigen Frauenzeitschriften wird Singlefrauen geraten, selbst die Initiative zu ergreifen – die Zeiten, in denen der Prinz auf dem weißen Pferd in Gestalt des Postboten oder Klempners an der Tür klingelt, sindschließlich vorbei. Während von der Suche am Arbeitsplatz dringend abgeraten wird, werden die Singlebörsen im Internet wärmstens empfohlen.

Nun stelle ich allerdings fest, die Singlebörsen können auch locker in Affairenbörsen umbenannt werden – verheiratete und liierte Männer in Hülle und Fülle! Da denke ich unter vielen, vielen Gleichgesinnten zu sein und dann das – sehr ernüchternd!

Diese Herren geben ihren liierten Status schamlos an und runden ihr Profil mit der Angabe „Flirt oder Abenteuer gesucht“ ab. So weiß Singlefrau wenigstens gleich, woran sie ist. In meiner Phantasie sitzt das Abenteuer am Heiligen Abend alleine unter dem Tannenbaum, betrachtet wehmütig sein Foto – und er? Steht aufgerüscht, liebevoll lächelnd mit einem von Douglas verpacktem Päckchen unterm Christbaum und prostet der angetrauten Liebsten mit Champagner zu. Und sie? Hat keine Ahnung, dass er, als er tagsüber behauptete noch etwas besorgen zu müssen,  ein Schäferstündchen mit seinem Abenteuer gehalten hat.

Ach so – zur Ehrenrettung der liierten Fraktion sei gesagt, sie sind zumindest so zartfühlend, dass sie sich nicht mit Fotos in der Öffentlichkeit präsentieren. Wobei ich nicht glaube, dass sie damit ihre Frauen oder Freundinnen schützen möchten, es geht dabei wohl eher um reinen Egoismus.

Was machen diese gebundenen Herrschaften auf diese Plattformen? Interessiert wie ich nun mal bin, frage ich das bei den Jungs sehr direkt und gezielt nach. Die Antworten sind fast immer identisch – die Ehe/Beziehung ist langweilig geworden, es wurde gerade ein Kind geboren und Frau hat keine Lust, man(n) benötigt einen neue Kick. Ehrlich gesagt – bei jeder dieser fadenscheinigen Erklärung überkommt mich ein übler Würgereiz!

Aber, aber – wieder zur Ehrenrettung – sie versichern alle, ihre Frauen natürlich zu lieben, sie nie verlassen zu wollen. Mensch, da kann ich als Singlefrau mit ernsthaften Absichten ja wirklich beruhigt sein – ich weiß schon vorher, ich werde Single bleiben. Wenn das nichts ist.

Habe ich schon erwähnt, dass man in Singleportalen auch Fragebögen ausfüllen muss? Nicht? OK – muss man bzw. kann man, um einem potentiellen Interessenten sein Inneres näher zur bringen. Eine Frage lautet unter anderem „Was halten sie von Treue?“ – und was antwortet die Liiertenfraktion? Natürlich ganz souverän „Treue in einer Beziehung ist wichtig, ansonsten braucht man keine Beziehung“ – ah ja, so ist das also. Hmm da frage ich mich doch, warum sie…nein lassen wir das.

Fazit: Wer bitte will denn so einen Mann haben? Wenn schon die eigenen Frauen getrennte Schlafzimmer bevorzugen?

Spruch des Tages

Filed under: Spruch des Tages, Uncategorized — Schlagwörter: , , , , , , — styledarlings @ 6:56 am

Freundlichkeit in Worten schafft Vertrauen.

Freundlichkeit im Denken schafft Tiefe.

Freundlichkeit im Geben schafft Liebe.

(Laotse)

Mai 7, 2010

Mr. Right aus dem WorldWideWeb

Da Zufälle bekanntlich immer nur andere treffen, in meinem Supermarkt nur Rentner, Studenten und Paare rumlaufen, habe ich beschlossen, das Internet auf der Suche nach Mr. Right zu bemühen. Immerhin sollen diese Plattformen die größten Chancen bieten, wenn man den aktuellen TV-Spots von Parship, Elite, E-Darling etc. glauben schenkt.

Erst einmal die Qual der Wahl – welche der zahlreichen Singlecommunities soll ich auswählen? Ein Blick auf mein Konto sagt, auf jeden Fall eine ohne Gebühren. Möchte Frau kein Geld für die Suche ausgeben, reduziert sich die Angelegenheit schon auf ein Minimum. OK entschieden. Das Pseudonym ist schnell gefunden – vielleicht nicht so verheißungsvoll wie die der Konkurrentinnen ähm nein Mitbewerberinnen – die heißen “Sünde”, “FlotterFeger” und “Lovely”, aber doch auffällig. Auch hier gilt, Frau muss aus der breiten Masse hervorstechen.

Was schreibe ich jetzt also in mein Profil? “Liebevolle Anfangvierzigerin sucht Liebe fürs Leben“? Ne echt geht gar nicht! “Attraktive Sie sucht gutaussehenden Ihn für gemeinsame Aktivitäten”? Auch nicht, klingt nach Jogging- und Opernfreund. Hmmm was dann??!! “Glamouröse Großstadtpflanze sucht Mr. Big für ein Frühstück bei Tiffany” Oh weiha, das wiederum klingt wie eine Versorgersuche. Weg damit! Gut – ich schreibe jetzt einfach was mir vorschwebt und lasse einfließen, welche Dinge gar nicht gehen. Dazu ein paar nette Bildchen – das Auge isst schließlich mit – und fertig ist meine Onlinepräsentation.

Nun kann die aktive Suche also losgehen. Ich wühle mich durch die Bildergalerie, gebe Ausschlusskriterien an und warte gespannt, wer sich mir zeigt. Die ersten Profile mit Fotos tauchen auf – und oh Schreck! Gleich das erste Gesicht kommt mir bekannt vor – ich bin sicher, es ist mein Orthopäde. Schnell verlasse ich sein Profil, vor dem könnte ich nie wieder meinen Rücken frei machen, wenn er mich hier entdeckt hat. Aber immerhin hält die Werbung was sie verspricht, es sind Akademiker anwesend.

Weiter im Text äh ne Bild. Ich gestehe, ich klicke auf die Profile, bei denen ich meine, der Mann könnte gut aussehen. Allerdings hält sich meine Begeisterung schwer in Grenzen. Irgendwie haben viele etwas von Busfahrern oder Sparkassenangestellten. Einheitshaarschnitte – zeitlose Klamotten ohne Pepp und Pfiff. Igitt, und der hat sogar einen Schnauzer. Und ich dachte, den tragen heutzutage nur noch Saarländer und Tom Sellek Double.

Langsam tut sich etwas auf meinem Profil und auch die ersten Mails sind da. Neugierig öffne ich die Mails und schüttele nur verwundert den Kopf. Wie macht der das bloß? In nur 2 Sätzen von mittlerer Länge bereits 27 Fehler? Ich bin beeindruckt! Nächste Mail – und ich bekomme einen roten Kopf. Da wagt so ein 171cm Zwerg mir seine sexuellen Phantasien ungefragt mitzuteilen. Ja hallo, wo sind wir denn hier? Der erste Verheiratete ist auch eingetroffen und quakt mir seine Leidensgeschichte in die Post. Bin ich die Seelsorge?

Fazit der ersten Stunden auf einer Online-Dating-Plattform: Es ist schön ein Single zu sein!

In Kürze mehr aus der Welt des Cyber-Datings!

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