Styledarlings's Blog

Juli 7, 2010

Tina Busch: „Mit Fenimore habe ich meinen Traum wahr gemacht!“

Filed under: Design, Lifestyle — Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , — styledarlings @ 8:33 am

Fenimore-Inhaberin Tina Busch

„I have a dream“ lautet das berühmte Zitat von Martin Luther King. Und einen Traum hatte auch die erfolgreiche Radio-Moderatorin  und Ex-VIVA TV Musikchefin Tina Busch. Jahrelang. Mit www.fenimore.de lebt sie ihre Begeisterung für Antiquitäten und stilvolle Wohnaccessoires nun aus. „Schönes Altes und schönes Neues“ lautet ihr Slogen und so stehen Nippes und liebevoll restaurierte Stühle einträchtig neben beinah-antiken Briefkästen, neuen Blumenvasen und formschönen Deko-Objekten.  Den Styledarlings erzählt Tina Busch ein wenig mehr über ihren gelebten Traum.

Tina, Du bist aus der deutschen Medienlandschaft nicht wegzudenken – und machst seit kurzem als Betreiberin eines Webshops nun etwas ganz anderes:  http://www.fenimore.de  ist eine Seite für entzückende Wohnaccessoires. Hast Du Dir damit einen Traum erfüllt?

Ja!!!!!! (inbrünstig!) ) Ich war und bin auch so jemand, der auf jede Country&Garden-Messe gefahren ist. Und jedes Mal sehnsüchtig dachte: Mensch…eigentlich…eigentlich wäre das doch genau dein Ding! Aber…mal fehlte die Zeit und irgendwie immer überraschenderweise auch das Geld.

Und dann bin ich im letzten Jahr umgezogen – mein 22. Umzug…mein 2. Hobby neben „Schöne Dinge kaufen“ 😉 Da dachte ich mir, dass ich vielleicht einige meiner gesammelten Wohnaccessoires bei Ebay verkaufen könnte, um so ein wenig den Umzug zu finanzieren. Ich hatte in meinen kühnsten Träumen vielleicht mit 300,- oder 400,- Euro gerechnet – und am Ende habe ich sage und schreibe über 2500,- Euro eingenommen! Viele Käufer schrieben mir, dass sie mit meinen Artikelbeschreibungen so viel Spaß gehabt hätten und obwohl sie gar nichts kaufen wollten, dann doch an den Artikeln hängen blieben. Viele fragten: „Ich habe auf den Bildern noch einen anderen Artikel gesehen, den Sie so schön dekoriert haben – wollen Sie den vielleicht auch verkaufen?“

Und das machte es KLICK! Da musste ich doch mehr draus machen! Also nahm ich all meinen Mut zusammen, ließ mich von einem Businessplan nicht schocken und überredete die Bank mit Engelszungen – und da bin ich!

Und dann ging es los: todesmutig alleine nach Paris auf eine der größten Lifestylemessen. Erste Kontakte geknüpft. Obwohl ich da schon ganz genau die Firmen im Kopf hatte, die ich haben wollte. Aber auf einmal dann Business mit denen zu machen – das war schon noch einmal etwas ganz anderes. Dazu hatte ich schon über all die Jahre meine Quellen für die Antiquitäten in Holland und Frankreich aufgebaut und die habe ich dann noch ergänzen können. Et voila – ich hoffe, der Mix gefällt. 😉

Windlichter mit Libelle

Obwohl  es eine Mischung aus alt und neu ist, fällt auf, dass z.B. die neuen Dekoartikel oder auch Lampen sehr schön mit den Antiquitäten harmonieren. Zufall oder Absicht?

Bei mir sind es immer die Farben der Dinge, die mich zuerst ansprechen. Hört sich das komisch an? Aber ich verliebe mich immer in die warmen Töne von Holz. Oder die zerschrammten Oberflächen von Tischen und Tabletts. Und muss mir jedes Mal sagen: Tina, du musst die Sachen irgendwann auch wieder abgeben…da ist nicht immer einfach! 😉

Und dazu fügen sich dann glücklicherweise auch immer die neuen Dinge der Franzosen oder Holländer. In beiden Ländern richten sich viel mehr Leute mit Antiquitäten ein. Dort findet man auch noch wesentlich mehr, schönere und ausgefallenere Möbel und Accessoires als hier in Deutschland. Und so hat man dort ein wesentlich feineres Händchen diesen alten schönen Sachen mit Modernem in passenden Farben zu unterstützen.

150 Jahre alter Stuhl aus Flensburg

Schöne alte Möbel zu finden ist nicht immer leicht, vor allem nicht, wenn sie aus dem Ausland sind. Du hast z.B. zwei wundervolle französische Cafe-Bols in deinem Shop. Durchforstet du dafür die Flohmärkte in Europa?

Mein Vater war Musiker und wir sind mit ihm früher unheimlich viel gereist. Flohmärkte waren damals schon ein „MUSS“ 😉 Später, in meinen verschiedenen Jobs, bin ich ebenfalls viel unterwegs gewesen. Und wann immer ich ein wenig Zeit hatte, bin ich schnell noch mal los und habe geschaut, ob ich nicht etwas Tolles finde. Und so habe ich über all die Jahre supernette Kontakte knüpfen können. Und jetzt ist es wirklich so, dass ich, meist an Sonntagen, von meinen Freunden Photos mit den Schätzen von ihren Streifzügen auf Flohmärkten bekomme. Da kann ich mir dann die besten Sachen raussuchen. Und ist jemand auf der Suche nach etwas ganz bestimmten, kann ich auch bitten, dass danach Ausschau gehalten wird.

Französische Cafe-Bols

Hast du schon mal für jemand anderen eine Wohnung eingerichtet?

Ja, habe ich gerade kürzlich! Ich war das erste Mal selber Ausstellerin bei der Home&Garden in Hamburg. Und hier kam ich mit einer Dame ins Gespräch, die mir den Auftrag erteilte, ihre neue Wohnung einzurichten. Ein wunderschönes neues Appartement in der Hafencity. Groß, hell, toll geschnitten und ein traumhafter Blick. Aber – ganz kalt! Wir mussten Wärme zaubern! Zwei alte, riesengroße Fensterläden aus Holland, eine alte Gartenbank aus Schweden, ein toller großer Eichen-Esstisch mit unterschiedlichen Stühlen und dazu die 2 großen Leuchturm-Lampen, die man auch auf meiner Seite findet. So haben wir es geschafft, dieser modernen Wohnung viel Wärme zu geben.

Hast du vielleicht einen Tipp für unsere Leser, wie man beide Stile miteinander kombinieren kann ohne Angst zu haben, einen unerwünschten Stilbruch herbeizuführen?

Schwarz, weiß und beige – das sind die Farben, die sowohl alte als auch neue Möbel am besten „in sich einbetten“. Wenn man es farblich krachen lassen will, und ich finde Mut zur Farbe ja toll, dann darf es aber auch nur eine Wand sein. Ich empfehle dazu auch noch einen rundherum weissen Rahmen zu lassen. Das lässt Farbe mehr und edler erscheinen. Und dann gilt: „less is more“  Die Stellflächen nicht zu voll und hängt nicht zu viel auf. Denn alte Sachen wirken in Kombination mit neuen Dingen meist auch für sich allein und habe so auch genug Charme.

Falls es Fragen gibt – ich helfe gerne! 😉

Leuchtturm-Lampe

Juni 18, 2010

Sommerseelenbruchstücke oder „Wenn zwei sich streiten…“

Filed under: Lifestyle — Schlagwörter: , , , , , , — styledarlings @ 7:54 am


Zwei Seelen in meiner Brust. Ein Gespräch unter Nachbarn:

Kein „Hallo“ oder „Wie geht’s. Schönes Wetter heute, oder?“. Stattdessen vernünftig und vermeintlich beruhigend: „Lass doch, nicht so schlimm, ist nur nicht richtig sonnig, nicht richtig hell, nicht richtig warm. Nix, was weh tut! Wird schon…“.

Seele Zwei mault: „Aber ich hab kalte Füße, Hunger auf Salat mit Fisch, Durst nach trockenen Weißwein und viel eiskaltem Wasser. Sommergedankenflatter im Bauch. Sehnsucht nach knalllila lackierten Fußnägeln im Sand, Wasserfällen und Muschelsuchern.“

„Ach was“, kommt Nummer Eins wieder um die Ecke, „Armes Sensibelchen. Zieh doch nach Italien und werde Olivenbäuerin oder bring Deine halbstarken Euros zu den Griechen und lebe von Luft und Liebe, wenn Du kannst und unbedingt mediterranen Lifestyle willst. Was machst Du im Norden Deutschlands ohne Ugg Boots, die 365 Tage im Jahr an Deine Füße getuckert sind? Hallo?! Es gibt wirklich Wichtigeres, Zuckerpüppchen“.

„Aber ich will nicht nach Capri, auch nicht nach Rhodos, ohne meinen Liebsten und die kleine Kröte sowieso nicht. Zitronenfaltergedanken nach hängen will ich. Gräser riechen, die mir an der Nase kitzeln. Salz und Sonnencreme auf der Haut schmecken. Sommerregentänze aufführen. Nackte Füße in schönen Schühchen spazieren führen. Fahrrad fahren – mit Kirschen im Rucksack. Sterne gucken. Grillenzirpen-Gigs lauschen. Den ersten Sonntagskaffee langsam ­­– blinzelnd – einem langen Sonnenstrahltag entgegen trinken. Wach werden nach dem immer noch fröstelnden Winter, der sich an diesen Frühsommer geklebt hat wie Kaugummi. Zäh und ungeliebt. Jetzt haben wir uns mal Sonnenblumengefühle verdient. Fürs julirote Herz, für den Kopf unterm Safarihut, für die Flipflopfüße.“, jammert das Seelchen. „Das ist nicht fair“.

„Fair ist kein Argument, meine Liebe. Nicht in Zeiten wie diesen. Muss ich Dir das im Ernst erklären?“, schimpft jetzt das Geduld verlierende Seelenheil. „Ein regelmäßiger Sonnengruß wirkt Wunder. Wenn Du das nicht selbst in die Hand nimmst… die olle Jahreszeit wird’s nicht für Dich tun! Selbst ist die Seele. Es schneit nicht. Sieh’s doch mal so.“ Und dann schleicht sich, allmählich leicht hysterisch, ein „Was nicht Sommer ist, kann ja noch goldherbstlich werden.“ ein. „Ha!

Jetzt denkt das sonst so leise Seelchen an Maschendrahtzaun-Schlager und andere Nachbarschaftsstreitereien. So langsam reicht es mit diesem dickhäutigen Gesellen da nebenan. Soll der doch andere mit seinen Stammtischseeleneinheiten terrorisieren. „Herbstgold glänzt nicht. Es ist schön, ja, aber matt. Mit ein wenig Seelenverstand würdest Du wissen, dass ich nicht davon rede, dass die Sommerhausfassade leckt. Aber wie soll man das Schafen mit tiefschwarzen Seelen wie dir klar machen? Ohne Hitzewelle keine Eisbomben. Ich möchte so gern mal wieder fühlen, warum die Vögel zwitschern. Und hören, dass die pastellbunte Luft flirrt…“

Ruhe. No more words.

„Noch ist alles drin. Wer den Eurovision Song Contest gewinnen kann und ohne Ballack Fußballherzen rettungsschwimmersitzhoch schlagen lassen kann, der kann auch noch Land in fester Hand des Jahrhundert-Hochsommers werden“, denkt bockig der Erstgeborene und schaut schief zur Kleinen.

„Noch ist alles möglich“ summt die vor sich hin, „Ab Juli wird es nach Mückenluft schmecken. Ganz bestimmt. Und sonnenhitzeschirmhell leuchten. Und man wird Eiswagenglocken hören. Und es wird nach Erdbeerbowle und Musik in der Luft  riechen. Sehr wohl. Weil ich will…“

Dann drehen sie sich um. Jeder in seine Richtung. Abwarten und Eistee trinken geht der eine. Herbei sehnen und Holunderblütenwasser süffeln die andere. Jeder Seelenhausbewohner wie er kann.

To be continued.

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